Das Grab von Papst Benedikt XVI. zieht täglich Tausende Pilger und Besucher aus aller Welt in den Petersdom. Seit Januar 2023 ist die schlichte weiße Marmorplatte in den Vatikanischen Grotten für die Öffentlichkeit zugänglich. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen genau, wo Sie den Eingang finden, was Sie erwartet und wie Sie lästige Warteschlangen umgehen.
Wo liegt das Grab von Benedikt XVI. genau?
Der Weg zum Grab führt Sie buchstäblich in den Untergrund der Vatikanstadt. Die Vatikanischen Grotten befinden sich direkt unter dem Hauptboden des Petersdoms - ein ausgedehntes unterirdisches Netz aus Gängen und Kapellen.
Betreten Sie den Petersdom und richten Sie Ihren Blick direkt auf den gewaltigen Baldachin von Bernini in der Mitte der Basilika. Genau dort, am sogenannten Konfessionsaltar, befindet sich eine eher unauffällige Säule.

Von dieser Säule führt eine schmale Treppe hinab in die Vatikanischen Grotten.
Die Atmosphäre unten ist bedächtig, spärlich beleuchtet und extrem leise. Folgen Sie dem vorgegebenen Pfad an den anderen Papstgräbern vorbei. Die schlichte weiße Marmorplatte mit der schwarzen Inschrift Benedictus PP XVI und dem Christus-Monogramm erkennen Sie sofort an den beiden flankierenden Blumenvasen.
Öffnungszeiten der Vatikanischen Grotten
Planen Sie Ihren Besuch nach den spezifischen Öffnungszeiten der Krypta - nicht nur nach den regulären Zeiten der Basilika. Die Vatikanischen Grotten haben eigene Öffnungszeiten, die kürzer sind als die der Basilika selbst:
- Sommerhalbjahr (1. April bis 30. September): 8:00 bis 18:00 Uhr
- Winterhalbjahr (1. Oktober bis 31. März): 8:00 bis 17:30 Uhr
- Sonntags und an Feiertagen bleiben die Grotten geschlossen
Der Eintritt in die Vatikanischen Grotten und damit zum Grab ist kostenlos. Sie benötigen kein separates Ticket.
Beachten Sie eine wichtige organisatorische Hürde: Die Sicherheitskontrollen auf dem Petersplatz kosten enorm viel Zeit. Wer erst zur Mittagszeit ankommt, verbringt oft mehr als eine Stunde in der Warteschlange.
So umgehen Sie lange Wartezeiten
Ein Start direkt zur Türöffnung bietet den besten Schutz vor den massiven Besucherströmen. So haben Sie in den Grotten ausreichend Platz und müssen nicht dicht gedrängt an der Grabplatte vorbeigehen.
Die bewährteste Strategie sieht so aus:
- Erscheinen Sie vor 8:30 Uhr am Petersplatz
- Steuern Sie ohne Umwege direkt den Konfessionsaltar an
- Steigen Sie sofort in die Grotten hinab
- Die Kunstwerke im Hauptschiff lassen sich im Anschluss in aller Ruhe besichtigen
Alternativ bietet der späte Nachmittag kurz vor der Schließung oft ein unerwartet ruhiges Zeitfenster. Reisegruppen treffen typischerweise am späten Vormittag ein - dieses Zeitfenster sollten Sie meiden.
Wenn Sie den gesamten Vatikan an einem Tag erkunden möchten, planen Sie die Grotten für den frühen Morgen ein und besuchen Sie die Sixtinische Kapelle und die Vatikanischen Museen am Nachmittag.
Verhaltensregeln: No photo, just pray
Die vatikanischen Sicherheitskräfte setzen die Regeln in der Krypta kompromisslos durch. Die ständige Ermahnung des Aufsichtspersonals lautet unmissverständlich: No photo, just pray!
Lassen Sie Ihr Smartphone direkt in der Tasche. Wer versucht, heimlich ein Bild zu machen, wird sofort ermahnt und blockiert den schmalen Durchgang für alle anderen Besucher.
Verhalten Sie sich am Grab angemessen:
- Bewahren Sie absolute Stille
- Verzichten Sie auf auffällige Gesten oder laute Gespräche
- Gehen Sie zügig weiter, um nachrückenden Besuchern ebenfalls den Zugang zu ermöglichen
- Halten Sie Schultern und Knie bedeckt - andernfalls wird Ihnen der Zutritt am Platzeingang verweigert
Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität gibt es einen speziellen Aufzug in die Vatikanischen Grotten. Wenden Sie sich hierfür direkt an das Aufsichtspersonal im Petersdom.
Wer ruht neben Benedikt XVI.?
Der Ort für das Grab ist historisch stark aufgeladen. Joseph Ratzinger liegt genau an der Stelle, an der sich ursprünglich das Grab seines Vorgängers Johannes Paul II. befand. Nach dessen Seligsprechung erfolgte die Umbettung in eine obere Kapelle des Petersdoms.
Auch Johannes XXIII. lag vor seiner Überführung exakt in diesem Teil der Grotten. Auf der gegenüberliegenden Seite der Marmorplatte sehen Sie heute den Sarkophag von Papst Pius XI.
Insgesamt haben rund 160 weitere Päpste in diesem riesigen unterirdischen Areal ihre letzte Ruhe gefunden. Die Grotten bieten damit einen einzigartigen Einblick in die Geschichte des Papsttums über Jahrhunderte.
Wer die Geschichte der Vatikanstadt tiefer erkunden möchte, findet mit der Scavi-Tour Zugang zum Petrusgrab direkt unter dem Benedikt-Grab - allerdings mit strenger Platzbeschränkung und Voranmeldung.
Vatikanische Grotten vs. Scavi-Tour: Was ist der Unterschied?
Viele Besucher verwechseln die Vatikanischen Grotten mit der Vatikanischen Nekropolis (Scavi). Beide befinden sich unter dem Petersdom, sind aber verschiedene Bereiche:
- Vatikanische Grotten: Kostenlos, keine Reservierung nötig, beinhaltet das Grab von Benedikt XVI. und weitere Päpste
- Scavi-Tour: Kostenpflichtig, Reservierung zwingend erforderlich, führt zur archäologischen Ausgrabungsstätte mit dem ursprünglichen Petrusgrab
Der Eingang zu den Grotten liegt im Inneren des Petersdoms am Konfessionsaltar. Der Scavi-Eingang befindet sich außerhalb der Basilika links neben dem Haupteingang.
Anreise zum Petersdom
Der Petersdom liegt im Herzen der Vatikanstadt und ist gut erreichbar. Wenn Sie sich fragen, wie Sie vom Stadtzentrum ankommen, finden Sie im Artikel Vatikan von Rom aus erreichen alle Optionen mit Metro, Bus und Fußweg im Vergleich.
Vor dem Besuch lohnt sich ein kurzer Aufenthalt auf dem Petersplatz, wo Berninis majestätische Kolonnaden auf Sie warten. Wenn Sie eine Papstaudienz erleben möchten, können Sie diese kostenlos im Voraus reservieren - der Besuch lässt sich gut mit dem Grabbesuch kombinieren.



