Wer im Hochsommer zur Delimara-Halbinsel fährt, erlebt oft eine frustrierende Begegnung mit Gegenverkehr auf einem einspurigen Schotterweg. Sparen Sie sich diesen Stress und nehmen Sie stattdessen ein traditionelles Luzzu-Boot direkt vom Hafen in Marsaxlokk. Die Fahrt entlang der Küste ist malerisch, und Sie schonen Ihre Energie für die scharfen Kalksteinfelsen und die rutschigen Ausstiegsleitern.
Hier erfahren Sie alles, was Sie vor dem Besuch wissen müssen - von der Anreise bis zu den sicheren Sprungstellen.
- Lage: Delimara Point, Malta (10 Minuten mit dem Auto oder 30 Minuten zu Fuß ab Marsaxlokk)
- Eintritt: 100 % kostenlos, rund um die Uhr geöffnet
- Parken: 3 € auf dem ersten Parkplatz (nur Barzahlung) oder ein kostenloser Schotterplatz weiter die Straße hinunter
- Bootstransfer: ca. 5 bis 10 € pro Person ab dem Hafen Marsaxlokk
- Sprunghöhen: 3 bis 5 Meter je nach Gezeitenstand
- Einrichtungen: keine Toiletten, im Sommer ein Imbisswagen (nur Barzahlung)
Was Sie am St. Peter's Pool erwartet
Der visuelle Kontrast ist beeindruckend. Das leuchtend türkisfarbene, klare Wasser liegt eingebettet in hufeisenförmige, weiße Kalksteinwände. Flache Felsplattformen senken sich stufenweise zum Mittelmeer hinab und bieten genug Platz für ein Handtuch.
An einem Juli-Nachmittag ist die Realität deutlich lauter und voller. Kein Sand bedeutet kein natürlicher Schatten, und die weißen Felsen reflektieren UV-Strahlen besonders stark. Einen ruhigen Platz zu finden erfordert, über unebene Felsbrocken abseits des Hauptsprungstegs zu klettern.

Leider hinterlässt das hohe Besucheraufkommen sichtbaren Müll. Zigarettenstummel finden sich in den Felsspalten, und die stagnierenden Felstümpel weiter hinten können unangenehm riechen. Vor 9:00 Uhr morgens zu kommen ist die einzig zuverlässige Methode, sich eine saubere, schattige Nische zu sichern, bevor die Mittagsmassen eintreffen. Mit etwas Glück begegnen Sie dem legendären Einheimischen Carmelo und seinem Hund Tina, der die Klippenspringtradition seiner Vorgängerin Titti fortsetzt.
Wenn Sie diesen Ort in einen Ausflug entlang der Südküste einbauen möchten, passt er gut zum bunten Sonntagsmarkt und den Fischrestaurants im nahe gelegenen Marsaxlokk. Weitere Schwimmmöglichkeiten finden Sie in unserem Überblick über die besten Strände Maltas und Gozos, und für die Reiseplanung hilft unser Artikel zur besten Reisezeit für Malta dabei, die Reise auf ruhiges, warmes Wasser abzustimmen.
Anreise zum St. Peter's Pool
Die clevere Variante: Boot ab Marsaxlokk
Lokale Bootsanbieter fahren regelmäßige Shuttle-Touren vom Marsaxlokk-Ufer direkt zum Pool. Die Fahrt kostet unter 10 € und erspart den anstrengenden Fußmarsch in der maltesischen Hitze. Der Kapitän setzt Sie direkt am Schwimmbereich ab und vereinbart eine feste Abholzeit. Das Nadelöhr der schmalen Halbinselstraßen entfällt damit vollständig.

Die schweißtreibende Variante: Küstenpfad zu Fuß
Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, nimmt Bus 81 oder 85 nach Marsaxlokk und läuft dann 30 bis 40 Minuten. Der Weg ist landschaftlich schön, aber vollständig ungeschützt, staubig und stellenweise steil. Halten Sie Ausschau nach dem roten Schriftzug „SPPL" auf den Steinmauern - er markiert die Abzweigung Richtung Küste. Alle wichtigen Informationen zu Bussen und Tarifen finden Sie in unserem Ratgeber zur Fortbewegung in Malta per Bus (Tallinja).
Die stressige Variante: Auto und die Parkfalle
Der letzte Abschnitt der Zufahrtsstraße ist ein holpriges, einspuriges Labyrinth mit blinden Kurven und dichtem Gegenverkehr. Begegnen Sie einem entgegenkommenden Fahrzeug, muss einer von beiden zurücksetzen. Wir empfehlen robuste Wanderschuhe oder festes Schuhwerk für den Schotterweg.
Achten Sie auf die irreführenden Parkhinweisschilder. Das erste „Private Car Park"-Schild drängt Sie nach links und verlangt eine Gebühr von 3 €. Ignorieren Sie dieses Schild und fahren Sie geradeaus bis zur Sackgasse - dort finden Sie den kostenlosen, unbefestigten Gemeindeparkplatz. Wer noch kein Fahrzeug organisiert hat, findet in unserem Artikel zur Automiete in Malta auf Linksverkehr einen praktischen Vergleich der Anbieter.
Klippenspringen und Schwimmen: Bitte vor dem Sprung lesen
Das Haupterlebnis ist der natürliche Absprung mit Sprunghöhen zwischen 3 und 5 Metern. In der Mitte der Bucht beträgt die Wassertiefe 4 bis 5 Meter - ausreichend für einen sicheren Fußsprung. An den Rändern flacht es jedoch schnell auf nur 1 bis 2 Meter ab. Schauen Sie vor jedem Sprung durch das klare Wasser und prüfen Sie visuell den Grund.
Das Herausklettern ist deutlich schwieriger als das Hineinspringen. Die natürlichen Steintreppen und Metallleitern sind vollständig mit grünen Algen bedeckt. Ohne festes Schuhwerk - am besten Badeschuhe - enden Versuche, sich an der senkrechten Felswand hochzuziehen, regelmäßig mit aufgeschürften Knien und Schienbeinen. Badeschuhe sind hier keine Option, sondern Pflicht.
Betreten Sie das Wasser niemals bei rauer See. Starke Südwinde erzeugen turbulente Wellen, die Schwimmer direkt gegen die gezackten Kalksteinwände schleudern. Es gibt keine Rettungsschwimmer - wenn die Einheimischen nicht springen, lassen auch Sie das Handtuch auf den trockenen Felsen liegen.

Kalanka Bay: Die ruhigere Alternative nebenan
Wenn laute Musik und dichte Menschenmengen am Hauptpool erdrückend werden, gehen Sie nach Süden. Ein 15-minütiger Küstenwanderweg über die Felsen führt direkt zur Bucht Il-Kalanka, allgemein bekannt als Kalanka Bay.
Diese Bucht spiegelt die gleiche geologische Struktur wie ihr berühmter Nachbar wider. Gleiches kristallklares Wasser, gleiche glatte Absprungfelsen - aber nur ein Bruchteil des Besucherstroms. Kalanka verfügt nicht einmal über den einfachen Imbisswagen des Hauptplatzes und ist damit ein reines, ungestörtes Naturerlebnis.

Packliste für Delimara Point
Gute Vorbereitung entscheidet zwischen einem aufregenden Nachmittag und einem unangenehmen Erlebnis. Nehmen Sie diese Dinge mit:
- Badeschuhe: unverzichtbar für das Gehen auf dem scharfen Kalkstein und das sichere Hochklettern an den rutschigen Leitern
- Bargeld: Parkwächter und der Imbisswagen akzeptieren keine Karten
- Hoher Sonnenschutz und Hüte: fehlender Schatten und reflektierender weißer Stein verbrennen ungeschützte Haut innerhalb von Minuten
- Ausreichend Wasser: mindestens zwei Liter pro Person mitnehmen
- Müllbeutel: Da keine Abfallbehälter vorhanden sind, nehmen Sie Ihren Müll wieder mit und helfen Sie dabei, die Küste zu erhalten



