Wer Malta, Gozo und Comino in einer Woche ausschließlich mit dem öffentlichen Bus erkunden möchte, verbringt schnell Stunden an heißen Bushaltestellen - und verliert dabei kostbare Zeit. Die clevere Kombination aus Ride-Hailing-Apps, gezielter Fährnutzung und dem richtigen Moment für einen Mietwagen hält diese kompakte Mittelmeerreise entspannt und stressfrei.

Die folgende Route funktioniert als gemütlicher Fünf-Tage-Plan ebenso gut wie als ausgedehnte Sieben-Tage-Reise. Die Inseln liegen so nah beieinander, dass keine Überfahrt länger als 25 Minuten dauert.

  • Währung: Euro (€)
  • Steckdosen: Britischer Typ G (Adapter mitbringen)
  • Transport-Apps: Bolt und eCabs (häufig günstiger und schneller als Uber)
  • Buspass: Explore Card (€25 für 7 Tage unbegrenztes Fahren)
  • Gozo-Fähre: €4.65 pro Person (wird nur auf der Rückfahrt in Mgarr kassiert)
  • Linksverkehr: In Malta wird links gefahren - ein Überrest der britischen Kolonialzeit

Hinweis für Familien in der Schulferienzeit: In den deutschen Sommerferien (Juli/August) sind Comino und Valletta deutlich voller. Wer flexibel ist, reist in der Schulterzeit - Mai/Juni oder September/Oktober - und genießt angenehmere Temperaturen und kürzere Warteschlangen.

An- und Weiterreise: Verkehrsmittel auf Malta

Mietwagen oder Bus? Die Linksverkehr-Entscheidung

Ein Mietwagen bietet maximale Freiheit, besonders für die Südküste und Gozo. In Malta gilt Linksverkehr - das Lenkrad sitzt rechts, überholt wird auf der rechten Seite. Wer damit noch keine Erfahrung hat, sollte die ersten ein bis zwei Tage lieber mit Bus und App testen, bevor er den Wagen übernimmt. Die Geschwindigkeitslimits sind streng: 50 km/h in Ortschaften und 80 km/h auf Landstraßen.

Valletta ist eine Verkehrsberuhigungszone mit stark eingeschränktem Zugang. Den Mietwagen am großen MCP Parking Garage vor den Stadttoren abstellen und zu Fuß hineingehen. Im restlichen Malta zeigen weiße Markierungen auf der Straße gebührenfreie Parkplätze an.

Empfehlung für Paare und Senioren: Ein Mietwagen lohnt sich ab Tag 2, sobald die Busverbindungen in den ländlichen Süden zu dünn werden. Für Senioren erleichtert er zudem die Rückkehr zu unregelmäßigen Zeiten erheblich.

Öffentliche Busse und Ride-Apps

Das Busnetz von Malta Public Transport deckt die gesamte Insel ab. Eine 7-Tage-Explore-Card kostet €25 und erlaubt unbegrenzte Fahrten. Die Routen leiden jedoch oft unter erheblichen Verspätungen durch Staus und kurvenreiche Straßen. Die Tallinja-App zeigt Echtzeitankünfte und erspart das Warten an leeren Haltestellen.

Bolt und eCabs sind günstig, zuverlässig und für kürzere Strecken zwischen Hauptorten und abgelegenen Badestrände ideal - ohne die Verpflichtung eines ganzen Mietwagentages.

Travelers boarding a public bus on a sunlit Maltese coastal road on a bright morning
Die öffentlichen Busse verbinden Maltas wichtigste Orte mit ländlichen Badestranden - eine günstige Alternative zum Mietwagen.

Die Tagesroute: Malta, Gozo und Comino in 5 bis 7 Tagen

Tag 1: Valletta und die Drei Städte

Valletta ist klein, hügelig und erstaunlich dicht. Bequeme Schuhe sind Pflicht für die steilen, gestuften Gassen. Früh aufbrechen lohnt sich: Im Johanniter-Ko-Kathedrale sollte man die Kreuzfahrtschiff-Massen einkalkulieren. Das barocke Innere mit seinen vergoldeten Gewölben beherbergt Caravaggios größtes Meisterwerk in der Oratoriumsgalerie.

Von den Upper Barrakka Gardens öffnet sich ein unverstellter Blick auf den Grand Harbour. Die historische Salutierbatterie feuert direkt unterhalb der Terrasse täglich um 12:00 Uhr ihre Kanonen ab.

Nachmittags nimmt man die Fähre für €2.80 Hin- und Rückfahrt vom Valletta Waterfront hinüber zu den Drei Städten Birgu, Senglea und Cospicua. Die zehnminütige Fahrt landet mitten in mittelalterlichen Gassen, die eine ruhige, authentisch maltesische Atmosphäre bieten - weit weg vom Touristenstrom.

A traveler walking through narrow honey-stone streets with enclosed balconies in a quiet Maltese old town
Die engen Kalksteingassen in Maltas historischen Vierteln laden zu einem gemächlichen Bummel abseits der großen Sehenswürdigkeiten ein.

Tag 2: Highlights der Südküste

An diesem Tag wird ein Mietwagen oder eine kurze Bolt-Fahrt sehr empfehlenswert, denn Busverbindungen im ländlichen Süden sind spärlich. Direkt zum Blauen Grotto fahren - die Morgensonne beleuchtet die Meereshöhlen vor dem Mittag am besten. Die 20-minütige Bootsfahrt mit dem Traditionsboot kostet €10].

Danach 15 Minuten östlich nach Marsaxlokk. Das traditionelle Fischerdorf mit seinen bunten Luzzu-Booten ist am Sonntagsmarkt gut besucht. An einem Wochentag ist die Atmosphäre entspannter, und ein frischer Fischimbiss an der Uferpromenade ist ein Genuss.

Nachmittags St. Peter's Pool: Der natürliche Kalksteinpool ist tief, kristallklar und völlig sandfrei. Wasserschuhe für den felsigen Untergrund nicht vergessen. Für ältere Reisende: Der Abstieg ist steil und erfordert Trittsicherheit.

Tag 3: Stille Stadt und Steilküste

Mdina, bekannt als die Stille Stadt, hat Autofahrten innerhalb der Mauern weitgehend verboten. Die honigfarbene Steinarchitektur und die schmalen, schattigen Gassen fühlen sich vollständig von der modernen Welt abgekoppelt an. Die Bastionsmauern bieten Panoramablick über die Zentralebene.

Direkt vor den Haupttoren Mdinas liegt Rabat. Im legendären Serkin-Bar, auch bekannt als Crystal Palace, die traditionellen Pastizzi probieren - blättrig, herzhaft und frisch aus dem Ofen für Kleingeld.

Danach in Richtung Westküste zu den Dingli-Klippen vor Sonnenuntergang. Mit 250 Metern über dem Meeresspiegel sind es die höchsten Punkte Maltas. Der senkrechte Absturz ins Mittelmeer bietet eine der eindrucksvollsten Ausblicke der Insel.

Silhouetted travelers watching the sunset from dramatic seaside cliffs over the Mediterranean
Maltas steil abfallende Küstenklippen gehören zu den dramatischsten Sonnenuntergangsplätzen auf den Inseln.

Tag 4: Comino und Blue Lagoon

Die Fähre nach Comino fährt vom Fährterminal Cirkewwa im Norden Maltas ab. Hin- und Rückfahrt kosten rund €15. Spätestens um 08:00 oder 09:00 Uhr am Terminal sein. Bis 10:30 Uhr sind die kleinen Felsvorsprünge rund um die Blue Lagoon mit Tagesausflüglern besetzt, und der natürliche Schatten verschwindet vollständig.

Tipp für Familien: Im Hochsommer ist Comino extrem überlaufen. In der Schulterzeit (Mai oder September) bietet die Lagune dasselbe türkisblaue Wasser ohne die Enge.

Nach dem Genuss der flachen, leuchtend türkisfarbenen Gewässer der Blue Lagoon läuft man 10 Minuten entlang des Küstenpfades zur Crystal Lagoon. Das Wasser ist dort tiefer und hervorragend zum Schnorcheln geeignet - abseits der dichten Menschenmassen.

Swimmers wading in vivid turquoise shallow water beside a rocky islet under midday sun
Cominos flaches türkisfarbenes Wasser genießt man am besten früh morgens oder am späten Nachmittag, bevor und nachdem die Ausflugsboote eintreffen.

Tag 5: Gozo, Victoria und die Zitadelle

Die Gozo-Kanalfähre von Cirkewwa fährt 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, die Überfahrt dauert 25 Minuten. Einfach mit dem Auto auffahren oder zu Fuß einsteigen. Das Ticket wird ausschließlich am Rückweg im Hafen Mgarr auf Gozo kassiert - viele Erstbesucher suchen am Abfahrtssteg vergeblich nach einem Schalter.

Victoria ist das geografische und wirtschaftliche Zentrum Gozos. Die gewaltige mittelalterliche Zitadelle dominiert die Skyline und bietet einen 360-Grad-Blick über die ländliche Landschaft. Die Festungsmauern am späten Nachmittag für das beste Goldlicht erkunden.

Hinweis für Busnomaden: Die meisten Gozo-Buslinien beginnen und enden in Victoria, häufig im Stundentakt. Für Gozo lohnt ein Mietwagen besonders - die zerstreute Küstenlinie ist sonst kaum erreichbar.

Tag 6: Natur im Norden Gozos

Wied il-Ghasri ist eine schmale, fjordartige Schlucht, die scharf durch die Kalksteinklippen schneidet. Die Kiesbucht erfordert einen vorsichtigen Abstieg über Stufen, bietet aber geschütztes, klares Wasser für ein ruhiges Morgenbad.

Eine kurze Fahrt östlich führt zu den Xwejni-Salzpfannen. Diese geometrischen Felsbecken werden seit der Römerzeit zur Meersalzgewinnung genutzt. Der visuelle Kontrast zwischen weißem Salz, beigem Fels und blauem Meer ist bemerkenswert.

Den Spätnachmittag an der Ramla Bay verbringen - Gozos größtem und zugänglichstem Sandstrand mit seinem charakteristischen rotorangen Sand. Ein 20-minütiger Aufstieg am östlichen Hang führt zur Tal-Mixta-Höhle mit einem außergewöhnlichen Panoramablick über die gesamte Bucht.

A couple walking a coastal path above a secluded red-sand cove on a rugged Gozo shoreline
Gozos zerklüftete Nordküste versteckt ruhige Buchten mit rotem Sand, die einen kurzen Umweg lohnen.

Tag 7: Sliema, St. Julian's und Abreise

Sliema und St. Julian's sind modern, belebt und gut angebunden. Eine schnelle 10-minütige Fähre verbindet Valletta direkt mit dem Sliema Waterfront. Von den flachen Felsenplattformen - lokal als Lidos bekannt - entlang der Promenade lässt sich direkt ins Meer springen.

Paceville im Herzen von St. Julian's konzentriert das Nachtleben der Insel. Wem ein lebhafter Abend nicht zusagt: Die Restaurants rund um die Spinola Bay und Balluta Bay bieten einen angenehmen, entspannten Rahmen für ein Abendessen mit Meerblick vor der Abreise.

Unterkunft: Die besten Basen für diese Route

Beste Unterkunft auf Malta

Sliema und St. Julian's bieten die beste Balance aus Verkehrsanbindung, Gastronomie und Unterkunftspreisen. Die Fähre nach Valletta und wichtige Buslinien sind immer fußläufig erreichbar. Valletta ist atmosphärischer für Geschichtsliebhaber, aber Hotels dort haben ihren Preis - und einen Mietwagen in der Nähe zu parken ist täglich eine logistische Herausforderung.

Für Familien: Sliema eignet sich besonders gut als Basis, da die Promenade kindgerecht und die Bushaltestellen zahlreich sind. Für Paare und Senioren kann Valletta selbst das stimmungsvollere Erlebnis bieten, sofern das Budget passt.

Beste Unterkunft auf Gozo

Victoria ist die einzig wirklich praktische Wahl für alle, die auf öffentliche Busse angewiesen sind. Wer einen Mietwagen hat, findet in Marsalforn oder Xlendi entspannte Küstenunterkünfte - ideal zum Aufwachen direkt am Wasser.

Die günstigste Zeit für eine Drei-Inseln-Reise ist die Schulterzeit: Die Fähren fahren regelmäßig, die Felsvorsprünge der Blue Lagoon sind noch nicht schulter-an-schulter belegt, und die Temperaturen sind angenehmer als im Hochsommer. Für deutsche Urlauber gilt: Wer nicht an Schulferien gebunden ist, reist in Malta am besten von Mai bis Mitte Juni oder im September.

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