Wer Malta plant, stößt unweigerlich auf die Drei Städte: Vittoriosa (Birgu), Senglea (L-Isla) und Cospicua (Bormla). Die meisten Reiseführer beschreiben ihre Geschichte - aber kaum einer erklärt, wie man sie am besten erkundet. Gemeinsam als Cottonera bekannt, liegen diese befestigten Städte direkt gegenüber von Valletta am Grand Harbour. Sie entstanden früher als Valletta und waren die ursprüngliche Heimat der Johanniter (Ritter des Heiligen Johannes).

Dieser Reiseführer zeigt Ihnen nicht nur, was Sie erwartet - sondern auch, wie Sie hinkommen, was es kostet und welche Reihenfolge die meiste Zeit spart.

  • Zeitbedarf: 4 bis 5 Stunden (halber Tag)
  • Bester Ausgangspunkt: Valletta Waterfront (Grand Harbour)
  • Transportkosten: €1,50 mit der Fähre oder €3,00 mit einem traditionellen Wassertaxi
  • Empfohlene Reihenfolge: Cospicua - Senglea - Vittoriosa (Birgu)

Für einen entspannten Einstieg empfiehlt sich auch eine geführte Drei Städte Führung buchen, die die Überfahrt und eine lokale Führung kombiniert.

Anreise von Valletta zu den Drei Städten

Der Bus Nr. 1 vom Valletta-Busterminal ist zwar möglich, aber nicht zu empfehlen. Man sitzt im Verkehr und verpasst eine der spektakulärsten Hafenüberquerungen Europas. Der Seeweg ist schneller, günstiger und deutlich malerischer. Weitere Informationen zur öffentlichen Verkehrsanbindung finden Sie im Beitrag zu malta-fortbewegung-bus-tallinja.

Fähre und Barrakka-Aufzug

Die offizielle Fähre von Valletta nach Cospicua legt regelmäßig unterhalb der Upper Barrakka Gardens ab. Um zum Terminal zu gelangen, gehen Sie in Valletta zu den Upper Barrakka Gardens und nehmen den Barrakka-Aufzug hinunter zur Uferpromenade. Die Fahrt nach unten ist kostenlos.

Eine einfache Fahrkarte für Erwachsene kostet €1,50, eine Rückfahrkarte €2,80 (Nachttarife nach 19:30 Uhr sind etwas höher). Wer eine Rückfahrkarte kauft, erhält die Rückfahrt im Barrakka-Aufzug gratis dazu. Die Fähre legt direkt am Kai in Cospicua an.

Traditionelle hölzerne maltesische Boote, vertäut unterhalb der befestigten Hafenbastionen im warmen Morgenlicht
Bunt bemalte Holzboote warten neben dem Kai unterhalb der mächtigen Kalksteinbastionen des Grand Harbour.

Traditionelle Dgħajsa-Wassertaxis

Wer ein besonders authentisches Erlebnis sucht, lässt die große Fähre stehen und hält an der Valletta Waterfront Ausschau nach den kleinen, bunten Holzbooten namens Dgħajsa (ausgesprochen: die-sa). Eine einfache Fahrt kostet €3,00 pro Person, bar zu zahlen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Boot fährt auf Anfrage und nicht nach festem Fahrplan, und die Nähe zum Wasser bietet hervorragende Fotogelegenheiten der Kalksteinbastionen.

Die optimale Laufroute: Wo beginnen?

Der häufigste Fehler ist zielloses Umherwandern, das unnötig Kraft kostet. Die Drei Städte liegen auf Halbinseln mit steilen Hängen. Die effizienteste Route beginnt dort, wo das Boot anlegt - in Cospicua - führt weiter zur Senglea-Halbinsel und endet in Birgu, von wo aus Sie bequem ein Wassertaxi zurück nach Valletta nehmen können.

Cospicua (Bormla): Ankunft am Hafen

Cospicua ist die größte und "jüngste" der Drei Städte und der Anlegepunkt für Fähre und Wassertaxi. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert, aber liebevoll wiederaufgebaut. Ein ausgedehnter Aufenthalt ist hier nicht nötig.

Spazieren Sie entlang der Marina, bewundern Sie die Luxusyachten und gehen Sie die steilen, verwinkelten Gassen hinauf zur Kirche der Unbefleckten Empfängnis, die die Kriegsbomben wie durch ein Wunder überstand und wertvolle lokale Kunst beherbergt. Danach geht es weiter zur benachbarten Halbinsel Senglea.

Senglea (L-Isla): Die besten Aussichten auf den Grand Harbour

Senglea ist ein ruhiges Wohnviertel mit bunten traditionellen Balkonen und blumengeschmückten Treppen. Ziel ist die Spitze der Halbinsel.

Dort befinden sich die Safe Haven Gardens. Hier steht die Gardjola, ein ikonischer Aussichtsturm aus dem 16. Jahrhundert, den die Johanniter errichteten. An den Seiten des Turms sind Schnitzereien eines Auges und eines Ohrs zu sehen - Symbole für die ständige Wachsamkeit der Ritter beim Schutz des Hafens. Das Panorama von diesem Punkt ist wohl das schönste auf Malta: links Valletta, rechts Fort St. Angelo.

Panoramaaussicht über den sonnendurchfluteten Grand Harbour auf goldene Befestigungsanlagen von einem Halbinsel-Aussichtspunkt
Von der Halbinselspitze öffnet sich der weite Hafen hin zu fernen Festungsmauern im warmen Nachmittagslicht.

Vittoriosa (Birgu): Das Herzstück der Johanniter

Nach Senglea führt der Weg nach Vittoriosa - lokal bekannt als Birgu. Wenn die Zeit nur für eine der Drei Städte reicht, sollte es diese sein. Birgu war vor dem Bau von Valletta die Hauptstadt Maltas und stand im Mittelpunkt der Großen Belagerung von 1565 (Türkenbelagerung), einem der bedeutendsten Ereignisse der europäischen Militärgeschichte.

Fort St. Angelo

Am Ende der Halbinsel Birgu thront imposant Fort St. Angelo - das Herzstück der maltesischen Militärgeschichte. Die Festung bietet einen tiefen Einblick in die maritime Verteidigung der Insel. Im Zweiten Weltkrieg diente sie als Basis britischer Unterseeboote und war unmittelbar am Kampf um das George Cross für Malta beteiligt. Der reguläre Eintrittspreis für Erwachsene beträgt €10, für Jugendliche, Senioren und Studenten €6, Kinder zahlen €4 (2026). Planen Sie mindestens eine Stunde ein, um die Artillerieausstellungen zu besichtigen und den Ausblick von den oberen Bastionen zu genießen.

Sonnenbeschienene Kalksteinbefestigungen mit alten Kanonen und Blick auf den Hafen unter dramatischem Himmel
Verwitterte Kanonen säumen die oberen Bastionen der Kalksteinfestung und öffnen den Blick auf den weiten Hafen darunter.

Der Inquisitorenpalast

Im Herzen der Altstadt von Birgu liegt der Inquisitorenpalast - einer der wenigen erhaltenen Inquisitionspaläste Europas. Ursprünglich als Gerichtsgebäude genutzt, diente er später als Gefängnis und Sitz der maltesischen Inquisition. Der Eintrittspreis beträgt €6 für Erwachsene und €4,50 für Senioren und Studenten (2026). Die originalen Gefängniszellen sind noch zu sehen, ebenso die Schnitzereien, die Gefangene in die Kalksteinwände hinterlassen haben.

Heute beherbergt der Palast auch das Nationale Ethnographiemuseum. Neben dem Gerichtssaal und den Zellen finden sich volkskundliche Sammlungen, die von kunstvoll handgefertigten Weihnachtskrippen bis hin zu einer kuriosen Hutausstellung aus dem 20. Jahrhundert reichen. Die ausgestellten Folterwerkzeuge sind Reproduktionen, machen die düstere Vergangenheit des Gebäudes aber dennoch greifbar. Da das Museum eher informationsreich als interaktiv ist, sollten Sie 60 bis 90 Minuten einplanen. Zu beachten: Die vielen Treppen machen den Besuch mit Kinderwagen oder Rollstuhl schwierig. Ein kombiniertes Heritage-Malta-Ticket verbindet den Palast mit Fort St. Angelo und dem Maritimen Museum.

Das Collachio (Ritterquartier)

Bevor Sie Birgu verlassen, lohnt ein Spaziergang durch das Collachio. Dieser ehemals ausschließlich den Johannitern vorbehaltene Bereich ist heute ein wunderbar erhaltenes Labyrinth enger, verwinkelter Gassen - genauso wie vor Jahrhunderten, nur ohne die erdrückenden Touristenmassen, die man aus Valletta kennt. Als authentischeres Gegenstück zu Valletta lohnt sich Birgu besonders für Reisende, die dem Massentourismus entgehen möchten.

Ist eine Führung notwendig?

Viele Anbieter bieten geführte Touren für €30 bis €50 an. Wer jedoch der oben beschriebenen Route folgt, erkundet die Drei Städte problemlos eigenständig und im eigenen Tempo. Die historischen Gassen sprechen für sich, und die Gesamtkosten für Transport und Eintrittsgelder (Fähre plus Fort St. Angelo plus Inquisitorenpalast) liegen unter €20.

Ruhige, gewundene Kalksteinstraße mit bunten traditionellen Balkonen und blühenden Treppenstufen im goldenen Licht
Enge Kalksteingassen mit bemalten Balkonen und Blumentöpfen laden zu einem ruhigen, eigenständigen Bummel ein.

Weitere Informationen zu Sehenswürdigkeiten auf der anderen Seite des Hafens finden Sie im Beitrag zu valletta-sehenswuerdigkeiten-tipps.