Wer auf Grenada selbst fährt, braucht mehr als nur die Erinnerung, links zu fahren. Vor dem ersten Motorstart ist ein obligatorisches lokales Führerscheinpermit Pflicht. Die steilen, kurvenreichen Inselstraßen bieten unvergleichliche Freiheit, verlangen aber volle Konzentration und Verständnis für die ungeschriebenen lokalen Verkehrsregeln.

  • Fahrtrichtung: Links (britisches System)
  • Pflichtpermit: ca. 60 XCD (rund 22 USD), gültig bis zu 3 Monate
  • Geschwindigkeitslimits: 32-40 km/h in Ortschaften; 60-64 km/h auf offenen Straßen
  • Mindestalter für Mietwagen: 21 Jahre (viele Vermieter haben eine Obergrenze von 65 Jahren)
  • Promillegrenze: 80 mg pro 100 ml (streng durchgesetzt)
  • Sicherheitsgurt: Pflicht für alle Insassen
  • Telefonnutzung: Ausschließlich Freisprechanlage erlaubt

Das Visitor's Driving Permit für Grenada

Mit dem deutschen oder EU-Führerschein allein darf man auf Grenada nicht fahren. Jeder ausländische Besucher muss ein temporäres lokales Fahrerlaubnispermit beantragen. Das ist keine Empfehlung, sondern gesetzliche Pflicht.

Am einfachsten geht das direkt beim Mietwagenunternehmen am Maurice Bishop International Airport oder in St. George's. Die Vermietfirma erledigt die Gebühr von 60 XCD und stellt das Permit zusammen mit den Mietpapieren aus. Wer dagegen ein Auto von einem Freund leiht oder ein Fahrzeug kauft, muss das Permit persönlich bei der Verkehrsabteilung der Royal Grenadian Police Force in der Carenage Street in St. George's beantragen.

Falls der heimische Führerschein nicht auf Englisch ausgestellt ist oder keine lateinische Schrift verwendet, ist zusätzlich ein Internationaler Führerschein (IFS) vorzulegen. Wichtig: Immer physische Dokumente mitführen. Fotos auf dem Handy werden an Polizeikontrollen nicht akzeptiert.

Tourist erhält ein Visitor's Driving Permit an einem Polizeischalter in Grenada
Das lokale Fahrerlaubnispermit ist Pflicht und sollte vor der ersten Fahrt auf Grenada besorgt werden.

Linksverkehr und lokale Fahrgewohnheiten

Grenada folgt dem britischen System: Linksfahren, Steuer rechts. Für Autofahrer aus Deutschland, die Rechtsverkehr gewohnt sind, erfordert das besonders in den ersten Tagen konzentriertes Fahren, vor allem auf Küstenstraßen und an Kreisverkehren.

Die touristischen Hauptstrecken rund um Grand Anse und St. George's sind gut asphaltiert und gut einschätzbar. Sobald man jedoch ins Landesinnere Richtung Grand Etang Nationalpark oder in die nördlichen Bezirke fährt, ändert sich das Bild drastisch. Die Straßen werden extrem steil, schmal und kurvenreich, oft ohne Bankette oder Leitplanken. Rund die Hälfte der Straßen Grenadas sind unbefestigte Schotterwege, die Routenwahl bestimmt also die Fahrzeugwahl.

Schmale kurvenreiche Gebirgsstraße durch Grenadas üppiges grünes Inneres
Inlandstraßen Richtung Grand Etang werden steil und schmal und erfordern volle Aufmerksamkeit.

Für sicheres Fahren ist das lokale Kommunikationssystem auf der Straße unerlässlich:

  • Hupen vor Kurven: Viele Bergstraßen sind nur eineinhalb Fahrzeugbreiten breit. Ein kurzes Hupen vor einer scharfen, unübersichtlichen Kurve ist fester Standard.
  • Lichthupe als Einladung: Blinkt ein entgegenkommendes Fahrzeug mit den Scheinwerfern, bedeutet das: Fahrt frei, ich warte.
  • Abrupte Stopps: Lokale Minibusse halten häufig und ohne Vorwarnung am Straßenrand zum Ein- und Aussteigen. Sicherheitsabstand halten.
  • Straßenhindernisse: Fußgänger auf der Fahrbahn, freilaufende Ziegen, Hühner und Hunde sind besonders auf Landstraßen normal. Nach starkem Regen auf losen Schotter und Erdrutschreste achten.

Nach Einbruch der Dunkelheit möglichst nicht im ländlichen Inland fahren. Außerhalb der größeren Ortschaften gibt es kaum Straßenbeleuchtung. Man teilt sich die Fahrbahn mit Fußgängern, umherstreifendem Vieh und tiefen Schlaglöchern, die kaum zu sehen sind.

Zudem halten grenadische Fahrer manchmal mitten auf der Straße an, um Freunde oder Nachbarn zu begrüßen. Das ist ein echtes lokales Kulturphänomen, keine Aggression. Geduld ist das wichtigste Werkzeug auf diesen Straßen.

Mietwagen auf Grenada: Das Richtige wählen

Die Fahrzeugwahl hängt vollständig vom geplanten Reiseprogramm ab. Wer sich auf Strände, Restaurants und Resorts zwischen St. George's und Lance aux Epines beschränkt, fährt mit einem kompakten Kleinwagen ideal. Er ist leichter durch enge Stadtstraßen zu manövrieren und findet leichter Parkplätze. Die meisten Unterkünfte auf Grenada im südlichen Korridor bieten Gästeparkplätze an.

Wer Wasserfälle ansteuern, Schokoladenfarmen im ländlichen Inneren besuchen oder bis nach Levera Beach im Norden fahren möchte, sollte unbedingt einen 4x4 oder SUV wählen. Die höhere Bodenfreiheit ist auf unbefestigten Schotterwegen und bei regennassen Steigungen unverzichtbar.

Eine Basisversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und in der Regel im Mietpreis enthalten. Angesichts der engen Straßen und des Risikos kleiner Kratzer durch überwucherndes Straßengebüsch ist die Buchung einer Vollkaskoversicherung (CDW) eine sinnvolle Entscheidung.

Tagespreise beginnen bei rund 50 USD, die meisten seriösen Vermieter bieten kostenlosen Transfer vom Maurice Bishop International Airport an. Mietwagen auf Grenada vergleichen lohnt sich vor der Reise, um Preise und Fahrzeugkategorien im Überblick zu haben. Das Permit sollte bereits beim Abholen des Fahrzeugs mit erledigt werden.

4x4 Mietwagen parkt auf einer Schokoladenplantage im grenadischen Landesinneren
Für Fahrten zu Landgütern, Wasserfällen und Levera Beach im Norden ist ein 4x4 oder SUV die empfohlene Wahl.

Die Umgewöhnung auf den Linksverkehr in Grenada ähnelt dem, was Reisende in anderen Karibikinseln erleben. Ähnliche Regelungen gelten zum Beispiel beim Autofahren auf Grand Cayman oder beim Herumkommen auf St. Kitts und Nevis, wo dasselbe Permit- und Straßenkultursystem gilt.

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Parken und Tankstellen auf Grenada

Parken im Zentrum von St. George's erfordert Geduld, besonders an belebten Markttagen. Die Plätze rund um die Carenage sind schnell belegt, deshalb lieber früh am Morgen anreisen. In der Nähe des Bus Terminal gibt es eine Alternative, wenn die Carenage voll ist. Außerhalb der Hauptstadt ist Parken generell unkompliziert und kostenlos. Darauf achten, keine engen Gassen oder private Einfahrten zu blockieren.

Den Tank nie zu leer werden lassen. Rund um die südlichen Touristenzentren gibt es viele Tankstellen, weiter nördlich werden sie deutlich seltener. Die meisten Tankstellen auf Grenada sind Full-Service, ein Mitarbeiter tankt das Fahrzeug. Viele ländliche Stationen schließen früh, oft bereits um 18:00 Uhr oder 19:00 Uhr. Vor Nachmittagsausflügen daher immer volltanken.

Tankwart füllt Kraftstoff an einer Full-Service-Tankstelle in Grenada auf
Die meisten Tankstellen auf Grenada sind Full-Service und schließen früh. Vor Nachmittagsfahrten rechtzeitig tanken.

Realistische Fahrtzeiten auf Grenada

Grenada ist eine kleine Insel, aber die Fahrtzeiten sind länger als die Entfernungen vermuten lassen. Eine 20-Kilometer-Fahrt durchs Gebirge kann leicht 45 Minuten oder mehr dauern. Eine komplette Runde um den Inselumfang dauert ohne Stopps rund drei bis fünf Stunden, je nach Strecke und Straßenzustand.

Wer eine inselweite Rundfahrt plant, sollte sieben bis acht Stunden einplanen, um Wasserfallbesuche, Strände und langsamen Agrarbereich entspannt einzubauen. Der Norden der Insel rund um Levera und Sauteurs ist die zusätzliche Zeit wert, verlangt aber Geduld und ein geeignetes Fahrzeug.