Spetses ist eine der wenigen griechischen Inseln, auf der private Pkw und die meisten Motorräder verboten sind, was sie zu einem der besten Orte in der Ägäis für eine Erkundung mit dem Fahrrad macht.
Die 26 km lange Küstenstraße, die die Insel umrundet, ist weitgehend autofrei, ruhig und verbindet eine Reihe von Stränden, Pinienwäldern und versteckten Höhlen. Die richtige Fahrtrichtung, der passende Fahrradtyp und das Wissen, wo Sie absteigen sollten, machen den Unterschied zwischen einem entspannten halben Tag und einer frustrierenden Tour.
- Fahrradtyp: E-Bike empfohlen, Mountainbike für sportliche Fahrer, Citybike ungeeignet
- Streckenlänge: 26 km Küstenrunde
- Verleih: mehrere Geschäfte am Haupthafen in Spetses-Stadt, nahe den zentralen Übernachtungsvierteln
- Beste Saison: Ende April bis Anfang Juni sowie September bis Oktober, die Hitze im Juli und August vermeiden (Details in der Reisezeit-Übersicht)
- Richtung: gegen den Uhrzeigersinn
- Grundregel: Autos und die meisten Motorräder bleiben draußen, die Straßen gehören Radfahrern, Pferdekutschen und wenigen lokalen Fahrzeugen
Warum gegen den Uhrzeigersinn die bessere Wahl ist
Wer die Insel gegen den Uhrzeigersinn umrundet, hat alle gut erreichbaren Badebuchten in der ersten Streckenhälfte. So lassen sich häufige Badestopps einlegen, solange die Energie noch hoch ist.

Im zweiten Streckenabschnitt verläuft die Strecke landeinwärts durch Pinienwald, mit weiten Aussichten und seltenen Zugängen zum Wasser. So erledigen Sie die anstrengenden Passagen früh und rollen am Ende entspannt zurück in die Stadt.

Die Strecke im Detail: 26 km Küstenrunde
Die komplette Runde umfasst 26 Kilometer mit rund 120 Höhenmetern. Die meisten Radfahrer schaffen sie in 2 bis 4 Stunden, je nach Fahrradtyp und Anzahl der Stopps. Der Belag ist überwiegend asphaltiert, einzelne Zufahrten zu den Buchten verlaufen über steile Schotterpisten.
Vrelos: der erste asphaltierte Stopp
Bei Kilometer 5 taucht Vrelos auf, eine leicht erreichbare Bucht mit komplett asphaltierter Zufahrt. Das Wasser ist kristallklar, die Uferlinie liegt zwischen großen Steinen und feinem Kies. Die Pinien reichen bis fast ans Wasser und spenden dichten, natürlichen Schatten. Ein idealer Platz für einen kurzen Morgenschwimm, bevor die Strecke ansteigt.
Zogeria: Warnung vor der steilen Schotterpiste
Zogeria ist der einzige Sandstrand auf Spetses und entsprechend gefragt. Die Hauptstraße führt jedoch komplett an der Bucht vorbei. Der Zugang zum Wasser verlangt eine steile, steinige Schotterpiste voller Dornen. Stellen Sie das Rad oben am Schild ab und gehen Sie den letzten Kilometer zu Fuß. Das dauert etwa 15 Minuten und vermeidet plattgefahrene Reifen und Stürze.
Agia Paraskevi: die W-förmige Bucht
Nach einem deutlichen Anstieg auf 127 Höhenmeter öffnet sich der Pinienwald und gibt den Blick nach Westen frei. Beim Abstieg ist konsequentes Bremsen Pflicht, da die plötzliche Aussicht schnell ablenkt.
Unten liegt Agia Paraskevi, eine ruhige Bucht in W-Form. Die Liegen und Schirme belegen nur die Hälfte des Strandes, der Rest bleibt unberührt und still.

Agioi Anargyroi und die Bekiris-Höhle
Dieser Strand markiert den exakten Mittelpunkt der 26-km-Runde und ist der längste der Insel. Stellen Sie das Rad nahe der Wassersporthütte ab und folgen Sie dem 10 Minuten langen Waldpfad zur versteckten Bekiris-Höhle. Sie können durch den Meereszugang hineinschwimmen oder den schmalen Landeingang am Fuß der Felswand nehmen. Der Landweg hat eine niedrige Decke, hält Ihre Sachen aber trocken und führt direkt zu einem unterirdischen Sandstrand.
Pinienwald und Blick auf Spetsopoula
Nach Agioi Anargyroi verändert sich die Landschaft deutlich. Ein früherer Waldbrand hat die Vegetation auf dieser Seite zurückgesetzt, übrig blieben niedrigere Pinien und ein offener Blick auf die Südostküste. Die Höhe bleibt hier weitgehend gleich. Halten Sie die Augen offen für Spetsopoula, eine dicht bebaute, in Privatbesitz befindliche Insel direkt vor der Küste.
E-Bike oder klassisches Mountainbike auf Spetses?
Auf der Insel liegen drei spürbare Anstiege, die meist in der prallen Sonne zu bewältigen sind.
E-Bikes schieben mühelos über die 100-Meter-Kuppen und sind die beste Wahl für die komplette Runde ohne Erschöpfung. So bleibt genug Energie für Schwimmen und Höhlenerkundung.

Mountainbikes eignen sich für trainierte Fahrer, die ein aktives Workout suchen. Die Übersetzung schafft die Steigungen, doch die Sommerhitze macht die 26 km deutlich anstrengender.
Citybikes: Für die volle Runde nicht zu empfehlen. Ihnen fehlt die Übersetzungsbandbreite und Dämpfung für das wechselnde Gelände.
Verhaltensregeln auf der Inselstraße
Auch ohne Autos verlangt die Küstenstraße Aufmerksamkeit und ein paar einfache Sicherheitsgrundsätze.
Achten Sie auf Tiere: Wildschildkröten überqueren regelmäßig die asphaltierte Straße. Auch kleine, meist harmlose Vierstreifennattern sonnen sich auf dem warmen Asphalt.

Bremsen Sie auf Abfahrten: Die langen Abfahrten verleiten zum Rollen, doch Schotterstellen und enge Kurven verlangen kontrolliertes, dauerhaftes Bremsen.
Wasser ist Pflicht: Nehmen Sie ausreichend Wasser ab dem Start mit. Die zweite Streckenhälfte hat fast keine Versorgungsmöglichkeiten.
Sichern Sie Ihre Sachen: Ein kleines Schloss reicht für Stopps an entlegenen Buchten wie Zogeria oder bei der Höhlenwanderung. Wer früh am Morgen startet und gegen den Uhrzeigersinn fährt, schafft die volle Runde inklusive Bade- und Höhlenstopps noch vor der Mittagshitze, das ist auf Spetses der entscheidende Unterschied zwischen einem entspannten und einem anstrengenden Tag.



