Der Landzugang zur Bekiris Höhle führt über einen versteckten, teils mit Geröll bedeckten Pfad, auf dem digitale Karten ihre Genauigkeit komplett verlieren. Wer bei hohem Wasserstand ankommt und die richtige Felsspalte nicht kennt, steht oft frustriert draußen auf den Felsen. Diese Anleitung zeigt beide Zugangswege, beschreibt das Innere der Höhle und ordnet ihre historische Bedeutung auf der Insel Spetses ein. Wer mehr Zeit hat, kombiniert die Höhle gut mit weiteren Stränden und Buchten auf Spetses.
Wie kommt man zur Bekiris Höhle?
Stellen Sie Ihr Mietfahrrad oder Roller am Hauptstrand Agioi Anargyroi ab und gehen Sie ganz an das rechte Ende der Bucht, direkt hinter der Wassersportstation. Am nördlichen Ende des Strandes beginnt ein schmaler Pfad, der durch den Pinienwald bergauf führt und Sie schnell aus dem Strandtrubel herausbringt.
Nach kurzer Zeit blockieren herabgefallene Felsbrocken den alten Zementweg. Der Anblick wirkt einschüchternd, der Pfad bleibt aber gut begehbar. Folgen Sie der Markierung weiter, bis Sie die roten Farbmarkierungen auf den Felsen entdecken, die direkt zum versteckten Eingang weisen. Vom Strand aus dauert der Weg 5 bis 10 Minuten.

Eingang zur Höhle: Meereszugang oder Felsspalte
Der Einstieg verlangt etwas körperlichen Einsatz, und je nach Wellengang und Komfortzone haben Sie zwei Möglichkeiten.
Der Meereszugang liegt extrem niedrig über der Wasseroberfläche. Das Hineinschwimmen ist deutlich sicherer als der Versuch mit einer kleinen Bootstour oder einem Mietboot, da unerwartete Wellen Ihren Kopf gegen die scharfkantige Decke drücken können. Wagen Sie diesen Weg nur, wenn das Meer komplett ruhig ist. Wer flexibel bleiben will, erreicht den Höhleneingang auch über eine organisierte Bootstour vom Alten Hafen.
Bei rauer See ist der Landzugang die sichere Wahl. Suchen Sie nach einer schmalen Öffnung im Fels mit grob behauenen Stufen, die in die Dunkelheit hinabführen. Die Felsen direkt am Wasser sind mit einer weichen, rosafarbenen Algenschicht überzogen, die den Einstieg ins Wasser angenehm macht, ohne dass scharfe Kanten Ihre Beine aufreißen.

Was erwartet Sie im Inneren?
Der Innenraum ist atmosphärisch dicht, die Decke voller filigraner Stalaktiten und Stalagmiten. Das Wasser ist glasklar, spürbar warm und nimmt einen kräftigen Blaugrünton an, sobald die Nachmittagssonne durch den niedrigen Meereseingang fällt.
Tief im Inneren liegt ein versteckter, kleiner Sandstrand. Ihre Augen gewöhnen sich rasch an das schwache Licht, und die Umgebung wirkt vollständig von der Außenwelt abgeschnitten.
Nicht selten ruhen Mittelmeer-Mönchsrobben (Monachus monachus) auf den inneren Sandbänken. Sie sind extrem geräuschempfindlich und fliehen sofort ins Wasser. Bewegen Sie sich langsam und sprechen Sie leise, damit Sie die Tiere nicht stören.

Praktische Hinweise für den Besuch
Die versunkenen Felsbrocken am Eingang sind barfuß heikel. Stabile Wasserschuhe verhindern Ausrutscher auf den feuchten Stufen und schützen vor scharfen Steinen unter Wasser. Direkt am Eingang sitzen außerdem Seeigel, barfuß ist also keine gute Idee.
Das Höhleninnere ist sehr dunkel, vor allem am Vormittag. Eine wasserdichte Taschenlampe macht den Abstieg deutlich entspannter und bringt die Felsformationen erst richtig zur Geltung.
Für das beste natürliche Licht planen Sie Ihren Besuch auf den späten Nachmittag. Die Bedingungen sind im Spätsommer am verlässlichsten, mehr dazu in der besten Reisezeit für Spetses. Wenn die Sonne tiefer steht, fällt sie direkt auf die Wasseroberfläche vor dem Meereseingang und taucht den unteren Teil der Höhle in ein leuchtendes Türkis. Der Eintritt ist kostenlos, feste Öffnungszeiten gibt es nicht.
| Detail | Info |
|---|---|
| Lage | Nördliches Ende des Strands Agioi Anargyroi |
| Fußweg vom Strand | 5 bis 10 Minuten |
| Zugang | Meer (schwimmend) oder schmale Felsspalte mit Stufen |
| Ausrüstung | Wasserschuhe, wasserdichte Taschenlampe, Schnorchel |
| Kosten | Kostenlos |
| Beste Zeit | Später Nachmittag wegen Türkis-Lichteffekt |
Geschichte und Filmruhm der Bekiris Höhle
Über ihre Geologie hinaus trägt die Höhle erhebliches historisches Gewicht für Spetses. Im Jahr 1770 flüchteten Frauen und Kinder der Insel in ihr Inneres, als albanische Truppen im Bündnis mit dem Osmanischen Reich nach dem Schulterschluss Spetses' mit Russland angriffen. Der Name geht vermutlich auf eine Person namens Bekiris zurück, die mit diesem Konflikt verbunden war.
Im Zweiten Weltkrieg diente die Höhle erneut als Versteck für Widerstandskämpfer, ein Detail, das viele Besucher heute komplett übersehen.
Filmregisseure entdeckten die rohe Ästhetik des Ortes schon früh. Für einen Klassiker des griechischen Kinos wurde die Höhle zum Drehort umfunktioniert und vorübergehend in Feenhöhle umbenannt. Heute bleibt sie vollkommen wild und behält genau jene geheimnisvolle Atmosphäre, die seit Generationen Menschen anzieht. Wer den späten Nachmittag, stabile Wasserschuhe und eine wasserdichte Lampe einplant, bekommt eine der wenigen Erfahrungen auf Spetses, die den Aufwand der Anreise spürbar belohnen.



