Schon ein einziges Paar Tarnshorts im Reisegepäck kann Sie auf St. Kitts und Nevis eine Geldstrafe von EC$250 (rund US$90) und bis zu drei Monate Haft kosten. Das Auswärtige Amt spricht für die beiden Inseln keine Reisewarnung aus und stuft die Lage als ruhig ein. Dennoch verlangen die strengen örtlichen Gesetze und das Taxisystem ohne Taxameter ein waches Auge.
- Notruf: Wählen Sie 911 für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst
- Trinkwasser: Das Auswärtige Amt rät vom Leitungswasser ab, greifen Sie zu Flaschenwasser
- Währung: Ostkaribischer Dollar (XCD), US-Dollar und gängige Karten werden weithin akzeptiert
- Hurrikansaison: Juni bis November, Spitzenrisiko Mitte August bis Ende September
- Tarnkleidung ist für alle verboten, auch für Kinder
- Meiden Sie nach Einbruch der Dunkelheit: einsame Strände, unbeleuchtete Landstraßen und die nicht touristischen Außenbezirke von Basseterre
Kriminalität auf St. Kitts und Nevis: Was Reisende wissen sollten
Kleinkriminalität und Sicherheit am Strand
Wer beim Schwimmen Wertsachen unbeaufsichtigt im Sand liegen lässt, ruiniert sich am schnellsten den Urlaub. Taschendiebstahl tritt am häufigsten in vollen Festivalmengen, auf den belebten Märkten von Basseterre und vor beliebten Strandbars auf. Schließen Sie Reisepässe, teuren Schmuck und überschüssiges Bargeld im Hotelsafe ein. Tragen Sie nur das Bargeld für den Tag in einer sicheren Vordertasche oder einer Umhängetasche bei sich. Dieselbe Vorsicht gilt am Sand der belebteren Strandabschnitte.
Gewaltkriminalität
Gewaltkriminalität gibt es auf den Inseln, doch sie steht meist im Zusammenhang mit lokalen Bandenstreitigkeiten und richtet sich nur selten gezielt gegen Touristen. Gewaltdelikte treten vor allem in größeren Orten auf. Resorts, gehobene Marinas und das Kreuzfahrtterminal Port Zante halten eine starke Präsenz aus privatem Sicherheitsdienst und Polizei aufrecht. Halten Sie sich an diese gut bewachten Touristenzonen. Wer nach Einbruch der Dunkelheit in unbekannte Wohnviertel oder menschenleere Seitenstraßen gerät, erhöht sein Risiko drastisch.

Strenge örtliche Gesetze, die Ihre Reise ruinieren können
Das Verbot von Tarnkleidung
Für Zivilpersonen ist es vollständig verboten, Tarnmuster in jeglicher Form zu tragen. Das Gesetz gilt für alle, auch für Kleinkinder und Transitreisende, die nur durchreisen. Packen Sie weder Tarnhemden noch -hosen, -mützen oder -rucksäcke ein. Zollbeamte und örtliche Polizei setzen die Regel aktiv durch, und die Folge ist die sofortige Beschlagnahme samt Geldstrafe und möglicher Haft.
Null Toleranz bei Drogen und konservative kulturelle Normen
Drogendelikte ziehen schwere, lebensverändernde Strafen nach sich. Verurteilungen wegen Handels bringen hohe Geldstrafen und Haftstrafen von mindestens 15 Jahren mit sich. Marihuana ist zwar für den persönlichen Gebrauch entkriminalisiert, doch der legale Konsum erfordert eine eigens ausgestellte staatliche Lizenz, und wer ohne diese Erlaubnis in der Öffentlichkeit raucht, riskiert eine Geldstrafe.
St. Kitts und Nevis hat gleichgeschlechtliche Handlungen 2022 entkriminalisiert. Trotz dieses rechtlichen Fortschritts bleibt die Gesellschaft außerhalb der größeren Expat-Zentren weitgehend konservativ, und öffentliche Zärtlichkeiten ziehen häufig unerwünschte Blicke und negative Aufmerksamkeit auf sich.

Sicher unterwegs
Taxis ohne Taxameter und Risiken bei Minibussen
Taxis nutzen keine Taxameter, handeln Sie den genauen Fahrpreis daher aus und vereinbaren Sie ihn, bevor Sie einsteigen. Klären Sie stets, ob der genannte Preis in XCD oder USD gilt, um einen hitzigen Streit bei der Ankunft zu vermeiden. Achten Sie auf gelbe Kennzeichen, die mit "T" oder "TA" beginnen, um sicherzugehen, dass das Fahrzeug offiziell zugelassen und versichert ist. Öffentliche Minibusse sind günstig, doch die Fahrer manövrieren oft rücksichtslos, um den Verkehr zu umfahren und ihre engen Fahrpläne einzuhalten.

Linksverkehr und schlecht beleuchtete Straßen
Der Verkehr fließt auf der linken Straßenseite. Für die Anmietung eines Autos benötigen Sie eine vorübergehende örtliche Fahrerlaubnis, die die Vermietungen meist organisieren, wenn Sie ein Auto mieten. Kleinere Landstraßen sind schmal, voller unmarkierter Bremsschwellen und blinder Kurven. Sobald die Sonne untergeht, sind viele Straßen völlig unbeleuchtet, und Fußgänger laufen häufig am Asphaltrand, weil es keine Gehwege gibt. Niedrige Geschwindigkeit und höchste Konzentration sind nachts daher unverzichtbar.
Gesundheitsrisiken und Naturgefahren
Die Hurrikansaison übersteht (Juni bis November)
Der Spätsommer bringt drückende Schwüle und die ganz reale Gefahr schwerer Tropenstürme. Wer in diesem Zeitraum reist, sollte eine Umfassende Reiseversicherung abschließen, die Flugausfälle und medizinische Evakuierung abdeckt. Die meisten gehobenen Resorts sind in moderner, hurrikansicherer Bauweise errichtet, doch schwere Stürme verursachen regelmäßig plötzliche Stromausfälle und Schäden an der Infrastruktur. Das richtige Timing zählt hier besonders.
Durch Mücken übertragene Krankheiten (Dengue und Zika)
Das üppige tropische Klima begünstigt Mücken, die Dengue, Zika und Chikungunya übertragen. Diese Insekten sind rund um Sonnenauf- und -untergang am aktivsten. Ein hochwertiges Insektenschutzmittel mit DEET sowie helle, langärmlige Kleidung für das Abendessen im Freien sind Ihr bester Schutz.
Sicherheit im Wasser und starke Strömungen
Das idyllische türkisfarbene Wasser verbirgt oft täuschend starke Unterströmungen. An vielen abgelegenen Stränden fehlen Warnflaggen und aktive Rettungsschwimmer. Halten Sie sich an überwachte Bereiche oder von Natur aus ruhige Buchten, und schwimmen Sie niemals allein weit vom Ufer hinaus.

Sichere Gegenden und Orte, die Sie nach Dunkelheit meiden sollten
Frigate Bay und Christophe Harbour bieten ausgesprochen sichere, gut beleuchtete Umgebungen, die bei Expats und Langzeitgästen beliebt sind. Reges Nachtleben, privater Sicherheitsdienst und sichtbare Polizeistreifen sorgen dafür, dass sich diese Zonen bis spät in den Abend angenehm anfühlen.
Einsame Sandstreifen wie die South Friars Bay wirken nach Sonnenuntergang dagegen verlassen und riskant. Das Auswärtige Amt rät ausdrücklich, einsame, unbewachte Strände nach Einbruch der Dunkelheit zu meiden. Vermeiden Sie es, abseits der Hauptstraßen allein zu gehen, Abkürzungen durch unbeleuchtete Gassen zu nehmen oder die stillen Geschäftsviertel von Basseterre nach Ladenschluss zu erkunden. Nutzen Sie nachts ein zugelassenes Taxi, um zwischen den Lokalen zu wechseln.



