Wer sich auf der winzigen Pazifikinsel Nauru auf eine gewöhnliche Auslandskrankenversicherung verlässt, riskiert im Notfall extrem hohe finanzielle Belastungen oder gar sein Leben. Die medizinische Infrastruktur vor Ort reicht für ernste Eingriffe schlichtweg nicht aus, weshalb eine garantierte Luftrettung unumgänglich ist.
- Krankenhaus: RON Hospital (nur für die absolute Basisversorgung geeignet)
- Zahlungsmethode: Ausschließlich Bargeld in Australischen Dollar (AUD)
- Kreditkarten: Werden im medizinischen Bereich nicht akzeptiert
- Pflichtimpfungen: Keine für die direkte Einreise aus Europa
- Apotheken: Kaum vorhanden, eine vollständige eigene Reiseapotheke ist zwingend erforderlich
Welche Impfungen sind für Nauru vorgeschrieben?
Die Einreisebestimmungen für Nauru sind in gesundheitlicher Hinsicht recht unkompliziert. Dennoch erfordert die tropische Lage einige Vorbereitungen vor dem Abflug.
Pflichtimpfungen bei der Einreise
Für Reisende, die direkt aus europäischen Ländern ankommen, existieren keine vorgeschriebenen Impfungen. Eine Gelbfieberimpfung verlangen die lokalen Behörden nur dann, wenn Sie aus einem ausgewiesenen Gelbfieber-Endemiegebiet einreisen. Das gilt auch für Transitaufenthalte von mehr als zwölf Stunden in solchen Regionen.
Empfohlene Reiseimpfungen laut STIKO
Ein solider Basisschutz verhindert unliebsame Überraschungen während der Reise. Überprüfen Sie Ihre Standardimpfungen wie Tetanus, Diphtherie, Polio und Masern.
Für Nauru empfehlen Tropenmediziner grundsätzlich eine Impfung gegen Hepatitis A. Das Virus überträgt sich schnell durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel. Bleiben Sie länger auf der Insel oder planen Sie engeren Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, ist auch eine Immunisierung gegen Hepatitis B und Typhus absolut empfehlenswert.

Medizinische Versorgung vor Ort: Die Realität
Nauru ist flächenmäßig extrem klein und geografisch isoliert. Diese Tatsache wirkt sich direkt auf die gesamte Gesundheitsinfrastruktur der Insel aus.
Das einzige Krankenhaus und seine Grenzen
Das RON Hospital (Republic of Nauru Hospital) ist die einzige medizinische Anlaufstelle. Die Ausstattung ist rudimentär, das Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten extrem limitiert. Das Personal leistet unter den gegebenen Umständen enorm viel, stößt aber bei komplexen Diagnosen, schweren Unfällen oder planbaren Operationen sofort an seine Grenzen. Für solche Eingriffe müssen Patienten sofort ausgeflogen werden.
Warum eine Evakuierungsversicherung lebenswichtig ist
Ein medizinischer Rücktransport oder eine Notverlegung ins nahegelegene Australien kostet enorme Summen. Ohne eine spezielle Evakuierungsversicherung bleiben Sie auf diesen enormen Ausgaben sitzen. Stellen Sie vor der Abreise unbedingt sicher, dass Ihre Police nicht nur die rudimentäre Behandlung vor Ort, sondern explizit den Rettungsflug per Flugzeug abdeckt.
Arztkosten und die Pflicht zur Barzahlung
Vergessen Sie Ihre Kreditkarte, wenn Sie medizinische Hilfe benötigen. Ärzte und das Krankenhaus verlangen in der Regel die sofortige Begleichung der Rechnung in bar. Der Australische Dollar (AUD) ist die offizielle Währung. Heben Sie ausreichend Bargeld ab, bevor Sie die Insel betreten, da Geldautomaten auf Nauru rar und oftmals komplett außer Betrieb sind.

Tropenkrankheiten und spezifische Gesundheitsrisiken
Das feuchtwarme Tropenklima begünstigt die rasante Verbreitung bestimmter Krankheiten, die in Europa kaum eine Rolle spielen.
Dengue-Fieber und richtiger Mückenschutz
Dengue-Fieber ist auf Nauru immer wieder präsent und wird durch tagaktive Stechmücken übertragen. Die Symptome reichen von starken Gelenkschmerzen bis hin zu gefährlichen Fieberschüben. Tragen Sie idealerweise langärmelige, helle Kleidung und nutzen Sie konsequent hochwirksame Mückensprays auf den unbedeckten Hautstellen. Schlafen Sie nachts unter einem intakten Moskitonetz.
Risiken durch streunende Hunde
Zahlreiche streunende Hunde prägen das Straßenbild auf der gesamten Insel. Diese Tiere übertragen im schlimmsten Fall gefährliche Krankheiten wie Leptospirose oder Tollwut. Meiden Sie den direkten Kontakt und streicheln Sie keine fremden Tiere auf der Straße. Kratz- oder Bisswunden erfordern die sofortige Reinigung mit reichlich Wasser und Seife sowie die unverzügliche Konsultation eines Arztes.
Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene
Mangelnde Hygiene bei Lebensmitteln führt in den Tropen extrem schnell zu schweren Magen-Darm-Erkrankungen. Halten Sie sich strikt an die goldene Regel: Kochen, braten, schälen oder vergessen. Trinken Sie ausschließlich verschlossenes Wasser aus Flaschen und verzichten Sie auf Eiswürfel in Ihren Getränken. Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mit Seife.

Die perfekte Reiseapotheke für Nauru
Die Beschaffung von speziellen Medikamenten auf Nauru gleicht einem reinen Glücksspiel. Erforderliche Präparate fehlen oftmals völlig oder die Herkunft der spärlich verfügbaren Mittel ist ungewiss.
Bringen Sie alle regelmäßig benötigten Medikamente in ausreichender Menge direkt von zu Hause mit. Verteilen Sie diese zur Sicherheit clever auf Ihr Handgepäck und das aufgegebene Gepäck. Packen Sie zudem starke Schmerzmittel, Medikamente gegen Durchfall, hochwertiges Desinfektionsmittel, Verbandszeug und ein Fieberthermometer ein. Lassen Sie sich für verschreibungspflichtige Medikamente vorab ein englischsprachiges Attest von Ihrem Hausarzt ausstellen, um lästige Probleme bei der strengen Einreisekontrolle zu vermeiden.



