Wer den Buada-See in Nauru mit einem glasklaren Tropenpool verwechselt, erlebt eine schnelle Ernüchterung. Das trübe Wasser, der sichtbare Abfall am Ufer und der stehende Geruch an warmen, windstillen Tagen erzählen eine Geschichte, die kein Reiseprospekt abdruckt. Und doch ist dieser endorheische Süßwassersee die einzige natürliche Binnenlagune der Insel, ein geologisches Unikat und der grünste Fleck in einem Land, dessen Zentralplateau die Phosphatindustrie fast vollständig kahl gefräst hat.
- Eintritt kostenlos, rund um die Uhr zugänglich
- Lage: Bezirk Buada, Südwestnauru
- Entfernung vom Flughafen: 10 Minuten mit dem Auto
- Beste Reisemonate: Mai bis Oktober (Trockenzeit)
- Schwimmen: nicht empfohlen - schwere Wasserqualitätsprobleme
- Mitbringen: Fernglas, festes Schuhwerk, Insektenschutz
Was ist der Buada-See?
Der Buada-See liegt im Bezirk Buada im Südwesten Naurus, rund 1.300 Meter von der nächsten Küste entfernt. Als endorheischer See fließt Regenwasser hinein, aber nichts fließt ab. Er ist damit das einzige echte Binnengewässer der Insel.
Die Lagune misst etwa 280 Meter von Nord nach Süd und 140 Meter von Ost nach West. Nach starken Regenfällen erreicht die maximale Tiefe rund 5 Meter, im Durchschnitt liegt sie eher bei 1 bis 2 Metern. Der Salzgehalt beträgt ungefähr 2 Prozent bei einem leicht basischen pH-Wert von 8, was das Wasser als leicht brackig einstuft. In der Umgebungssiedlung Arenibek leben rund 660 Einwohner, was das Buada-Gebiet zur einzigen dauerhaft besiedelten Binnenregion Naurus macht.

Die ehrliche Wahrheit über das Wasser
Die visuelle Realität des Sees unterscheidet sich deutlich von den stark bearbeiteten Aufnahmen, die man online findet. Die Wasseroberfläche schimmert trüb-grün. Am Ufer häufen sich Plastikflaschen, Abfall und alte Absperrungen. Die Luft am unmittelbaren Uferbereich riecht stagnierend, besonders an heißen, windstillen Tagen.
Das ist das Ergebnis von Geographie und Jahrzehnten menschlicher Aktivität. Als endorheischer See ohne Abfluss akkumulieren Algen und Schadstoffe kontinuierlich und haben keinen Weg nach draußen. Die invasive Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) bedeckt heute Teile der Oberfläche. In den 1970er Jahren nutzten Einheimische das Wasser aktiv für die Milchfischzucht, was das ökologische Gleichgewicht des Beckens grundlegend veränderte.
Lokale Wissenschaftler raten ausdrücklich davon ab, ins Wasser zu steigen. Trotz der potenziellen Eignung des Sees für den Ramsar-Konventionsschutz als Feuchtgebiet ist die Wasserqualität ein reales Problem. Bleiben Sie auf den Uferpfaden und beschäftigen Sie sich mit der umgebenden Natur statt mit dem See selbst.
Die heute vorhandenen Fischarten - Milchfisch, Mosambik-Tilapia und Gambusia - sind größtenteils Überreste jener historischen Aquakulturprojekte. Sie existieren als Teil eines stark veränderten, eingeschlossenen Ökosystems.

Der umliegende Wald: Naurus grüne Oase
Das Land rund um das Wasser erzählt eine völlig andere Geschichte. Die Vegetation ist ungewöhnlich dicht und lebendig im Vergleich zum Rest der Insel. Die karstische Senke hält viel Bodenfeuchtigkeit, was eine natürliche fruchtbare Zone schafft und einen 40 Hektar großen Waldrest aus Tamanubaum, Kokospalme, Mango und Kapok trägt.
Dieser üppige Waldgürtel ist auf Nauru ein außergewöhnlicher Anblick. Jahrzehntelanger intensiver Phosphatabbau hat das Zentralplateau seines Oberbodens beraubt und es karg und vernarbnt hinterlassen. Das Buada-Becken ist die einzige Region des Plateaus, in der das Erz nie abgebaut wurde. Damit ist der Bezirk Buada die einzige bedeutende grüne Oase im gesamten Land.
Nehmen Sie ein Fernglas mit und schauen Sie in das dichte Blattdach. Das Dickicht zieht den Nauru-Rohrsänger an, eine endemische Vogelart, die in den Buschbereichen rund um den See lebt und sonst nirgendwo auf der Erde vorkommt. Die Wanderwege rund um die Lagune sind die praktischsten Orte zur Tierbeobachtung auf der gesamten Insel.

Beste Reisezeit für den Buada-See
Die Beste Reisezeit für Nauru gilt auch hier: Die Trockenzeit von Mai bis Oktober bietet die angenehmsten Bedingungen. Die Temperaturen liegen bei 25 bis 30 Grad, was deutlich erträglicher ist als die Hitze und Feuchtigkeit der Regenzeit. Passatwinde frischen die Luft auf und reduzieren den Geruch am Ufer erheblich.
Innerhalb eines Tages sind frühe Morgenstunden der beste Zeitpunkt, aus zwei Gründen. Das weichere Licht eignet sich besser für Fotografien ohne hartes Mittagslicht. Entscheidender ist, dass der frühe Morgen mit der Hauptaktivitätszeit der Vögel im Walddach zusammenfällt. Der späte Nachmittag ist die zweitbeste Option.
Meiden Sie Mittagsbesuche in den heißeren Monaten. Die Hitze verstärkt den stagnierenden Geruch am Ufer und reduziert die Vogelaktivität erheblich.

So kommen Sie zum Buada-See
Zu Fuß oder mit dem Fahrrad aus Boe und Yaren
Die Lagune ist von den Küstenbezirken aus gut erreichbar. Vom Zentrum Boes aus gehen Sie westwärts zur Küstenstraße, biegen links ab und folgen der befestigten Route ins Landesinnere für etwa einen Kilometer. An der Abzweigung rechts abbiegen, um zum Uferbereich zu gelangen.
Ein Fahrrad von Ihrer Unterkunft macht den Weg schneller und angenehmer. Die Fahrt vom Hauptkreisel in Boe dauert nur wenige Minuten, und der Verkehr auf den Innenstraßen ist nahezu nicht vorhanden. Vom Internationalen Flughafen Nauru aus ist der See nur eine 10-Minuten-Fahrt entfernt, einer der zugänglichsten Naturstandorte der Insel.
Mit dem Auto nach Nauru
Ein eigenes Fahrzeug bietet die meiste Flexibilität beim Erkunden der Innenregionen. Die Fahrt in den Bezirk Buada führt über enge und kurvenreiche Straßen, die vorsichtiges Fahren erfordern. Achten Sie auf Fußgänger und streunende Tiere.
In Nauru herrscht Linksverkehr. Parken nahe der Lagune ist vollständig kostenlos, es gibt keine markierten Stellplätze oder Parkzonen. Buchen Sie Mietwagen vorab über Ihre Unterkunft, da lokale Verfügbarkeit begrenzt ist. Mietwagen für Nauru vergleichen
Wanderwege rund um den See
Feldwege und kleine Pfade umgeben den Uferbereich und ermöglichen eine vollständige Erkundung zu Fuß. Das Gelände ist flach, kann nach tropischen Regenfällen aber schlammig werden, daher sind feste Schuhe mit Grip notwendig.
Der vollständige Rundweg um den See dauert 30 bis 45 Minuten in entspanntem Tempo, was ausreichend Zeit lässt, um anzuhalten, auf Vögel zu horchen und die umgebende Vegetation zu fotografieren. Die Wege bieten die besten Aussichtspunkte auf das Walddach, ohne sich direkt dem Ufer zu nähern.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Verbinden Sie den Inlandausflug mit Besuchen weiterer wichtiger Sehenswürdigkeiten.
Der Moqua-Brunnen liegt nur eine kurze Strecke entfernt im Yaren-Bezirk. Dieser unterirdische Süßwassersee, technisch gesehen ein Sinkhole, war Naurus Haupttrinkwasserquelle im Zweiten Weltkrieg. Das Gelände ist aus Sicherheitsgründen nach einem Unfall im Jahr 2001 eingezäunt, bleibt aber zugänglich und bietet einen faszinierenden Kontrast zur offenen Lagune. Die angrenzenden Moqua-Höhlen sind eine Reihe von Kalksteinkavernen, die es wert sind, erkundet zu werden.
Das Nauru-Museum im Yaren-Bezirk beherbergt wichtige Artefakte zur Kultur der Insel, zur Phosphatgeschichte und zur komplexen japanischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Es liefert den wesentlichen Kontext, um zu verstehen, warum Naurus Landschaft so aussieht, wie sie heute ist.
Die Anibare Bay an der Ostküste gilt als bester Strand der Insel, ein langer Bogen aus weißem Sand, gesäumt von Palmen, und der einzige Küstenabschnitt, der zum Schwimmen und Schnorcheln geeignet ist. Beide Orte, Binnenlagune und Küstenbucht, an einem Tag zu besuchen gibt einem den vollen Kontrast von Naurus zwei verschiedenen natürlichen Umgebungen.
Wer mehr über die Einreise und praktische Details für Nauru braucht, findet dort Informationen zu Flügen, Visum und was Sie vor der Ankunft regeln müssen. Für Reiseschutz auf einer so entlegenen Pazifikinsel empfiehlt sich eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption. Reiseversicherung für Nauru abschließen
Praktische Informationen
- Eintritt: Kostenlos, rund um die Uhr zugänglich
- Schwimmen: Nicht empfohlen - schwere Wasserqualitätsprobleme
- Lage: Bezirk Buada, Südwestnauru
- Wassertyp: Leicht brackiges Süßwasser (endorheischer See)
- Beste Reisemonate: Mai bis Oktober
- Beste Tageszeit: Früher Morgen oder später Nachmittag
- Anfahrt: 10 Minuten vom Flughafen Nauru; kurzer Fußweg oder Radfahrt aus Boe
- Parken: Kostenlos, keine ausgewiesenen Zonen
- Mitbringen: Fernglas für die Vogelbeobachtung, festes Schuhwerk, Insektenschutz



