Liechtenstein ist das einzige Land in den Alpen, das ein eigenes Skigebiet betreibt und dabei keinen einzigen internationalen Flughafen besitzt. Das klingt nach einer Kuriosität, ist aber für Skifahrer aus Deutschland und Österreich ein echter Vorteil: Malbun liegt weniger als zwei Stunden von Vorarlberg entfernt, die Parkplätze sind kostenlos, und an einem normalen Wochentag teilen Sie die Gondeln mit kaum jemandem.

Bevor Sie buchen, sollten Sie die Erwartungen klar setzen: Malbun ist kein Arlberg und kein Montafon. Das Skigebiet hat 23 Kilometer Pisten, drei Sessellifte und eine kompakte Dorfstruktur. Wer vier zusammenhängende Skitage auf anspruchsvollen Hängen sucht, fährt besser nach Lech oder Ischgl. Wer aber mit Kindern anreist, Anfänger in der Gruppe hat oder ein ruhiges Wochenende ohne Liftschlangen plant, findet in Malbun ein ehrliches Preis-Leistungs-Verhältnis.

  • Bergstation: 2.000 m, Talstation: 1.600 m
  • Pistenlänge: 23 km (3 blau, 8 rot, 2 schwarz)
  • Lifte: 3 Sessellifte, 1 Schlepplift, Malbi Park
  • Erwachsenen-Tagespass: CHF 55 (2026)
  • Kinder-Tagespass: CHF 30
  • Liftzeiten: 08:30 bis 16:15 Uhr je nach Lift
  • Saison: Dezember bis Anfang April (Details zu Schneebedingungen finden Sie in unserem Artikel zur besten Reisezeit für Liechtenstein)

Malbun Skigebiet: Was Sie erwartet

Das Skigebiet liegt in einem geschlossenen Hochgebirgskessel. Alle Pisten sind von der Talstation aus sichtbar, was Familien die Orientierung erleichtert und verhindert, dass Kinder auf unbekannten Hängen verloren gehen. Die Bergstation des Vaduzer Täli Sessellifts erreicht 2.000 Meter, was für die Schneesicherheit ausreicht: Die Saison läuft zuverlässig von Dezember bis Ende März, gelegentlich bis Anfang April.

Im Vergleich zu österreichischen Nachbargebieten wie dem Kleinwalsertal oder dem Montafon fällt Malbun kleiner aus, punktet aber mit zwei Besonderheiten: fehlende Liftschlangen und kostenlose Parkplätze direkt an den Talstationen. Das sind keine Kleinigkeiten, wenn man den Familienalltag beim Skifahren kennt.

Der sechssitzige Vaduzer Täli Sessellift hat beheizte Sitze und Windschutzverkleidungen. An kalten Januartagen mit Wind aus Nordwesten macht das einen spürbaren Unterschied gegenüber offenen Liften. Dieser Lift bedient auch die längste Abfahrt des Gebiets, die 4 Kilometer lange Haita-Piste, die 300 Höhenmeter bis ins Dorf abfällt.

Der Hochegg Sessellift öffnet als einziger Lift bereits um 08:30 Uhr, dreißig Minuten früher als die übrigen Lifte. Wer nach Neuschnee früh auf der Piste sein möchte, sollte das einplanen.

Luftaufnahme des Skigebiets Malbun in Liechtenstein mit Pisten im Hochgebirgskessel
Malbun's kompakte Anlage fasst alle 23 km Pisten in einen einzigen Hochgebirgskessel - das gesamte Skigebiet ist von der Talstation aus sichtbar.

Pisten und Schwierigkeitsgrade

Von den 23 Pistenkilometern sind 13 Kilometer blaue Abfahrten. Das Verhältnis beschreibt das Skigebiet treffend: Malbun richtet sich primär an Anfänger und Fortgeschrittene auf mittlerem Niveau. Acht rote und zwei schwarze Pisten bieten ausreichend Abwechslung für ein Wochenende, reichen aber nicht für Skifahrer, die täglich neue Herausforderungen suchen.

Die roten Pisten unter dem Sareis Sessellift und dem Hochegg Lift sind technisch anständig und gut präpariert. Die beiden schwarzen Abschnitte sind an steilen Stellen anspruchsvoll, aber kurz. Wer in Ischgl oder am Arlberg gewohnte Schwierigkeiten sucht, wird die schwarzen Pisten in Malbun nach einem halben Tag kennen.

Für Anfänger ist das Kinderland Malbi Park der richtige Einstieg. Es liegt direkt im Dorfzentrum, hat einen eigenen Lift und Übungsgelände, das vom Hauptpistenverkehr getrennt ist. Kleine Kinder kommen ohne Gondolfahrten zu ihren ersten Schwüngen, was den Beginn des Skitags für die ganze Familie vereinfacht.

Für Teenager und Freestyler gibt es einen Funpark mit Boxen, Rails, Wellen und einem Schneetunnel. Das Setup ist bescheiden im Vergleich zu dedizierten Freestyle-Gebieten, aber gepflegt und von der Hauptpiste getrennt.

Skipass Preise 2026

Ein Tagespass für Erwachsene kostet CHF 55. Jugendliche (Jahrgang 2006 bis 2008) zahlen CHF 42, Kinder zahlen CHF 30. Kinder des Jahrgangs 2018 und jünger fahren kostenlos. Halbtageskarten (09:00 bis 12:30 Uhr oder 12:30 bis 16:15 Uhr) kosten CHF 37.50 für Erwachsene und CHF 20 für Kinder.

Mehrtagesskipässe skalieren vernünftig: Ein Fünf-Tages-Pass für Erwachsene kostet CHF 200, ein Sieben-Tages-Pass CHF 249. Für Familien mit Kindern, die eine ganze Woche planen, ergeben sich deutlich niedrigere Gesamtkosten als in vergleichbaren Schweizer Gebieten.

Tickets kaufen Sie online über TicketCorner unter bergbahnen.li, um die Warteschlangen an der Tageskasse zu umgehen. Das lohnt sich besonders in den Weihnachtswochen und im Februar.

Eine Einschätzung zu den Gesamtreisekosten für Liechtenstein finden Sie in unserem Artikel zu den Reisekosten Liechtenstein.

Kleine Kinder in bunter Skiausrüstung auf dem Anfängerhang im Kinderland Malbi Park in Malbun Liechtenstein
Das Kinderland Malbi Park liegt direkt im Dorfzentrum - Kinder schnallen die Skier wenige Schritte vom Hoteleingang an, nicht am Ende einer Gondolschlange.

Skiverleih und Skischule

Skiverleih ist im Dorf verfügbar, hauptsächlich bei Malbun Sport im Dorfzentrum. Die Preise liegen auf Schweizer Niveau, also spürbar höher als in Österreich. Wer günstigere Verleihpreise sucht, findet in Feldkirch oder entlang der A14 mehrere Optionen, muss dann aber die Ausrüstung ins Auto laden.

Reservieren Sie Verleihausrüstung bei Reisen in den Weihnachts- oder Februarferien mehrere Wochen vor der Anreise. Der Bestand ist kleiner als in größeren Gebieten, und beliebte Schuhgrößen vergeben sich schnell.

Die Skischule in Malbun hat begrenzte Verfügbarkeit für Privatstunden. Wer zur Weihnachtszeit privaten Unterricht buchen möchte, sollte bis Ende Oktober reservieren. Für Gruppen und Kinderklassen empfiehlt sich ebenfalls eine frühzeitige Buchung, da die Kinderkursgruppen in der Hochsaison ausgebucht sind.

Das Personal in der Skischule und in den Verleihshops ist auf Erstskifahrer und Familien eingestellt. Das unterscheidet Malbun von den Hochumschlagsorten größerer Gebiete, wo Einsteiger manchmal weniger Geduld erfahren.

Malbun trägt das Qualitätssiegel "Families Welcome" von Schweiz Tourismus, was sowohl die Anlage als auch die Servicekultur im Dorf widerspiegelt.

Familie in dem beheizten sechssitzigen Vaduzer Täli Sessellift im Skigebiet Malbun in Liechtenstein
Der Vaduzer Täli Sessellift hat beheizte Sitze und Windschutzverkleidungen - ein Detail, das an kalten Januartagen mit Wind einen spürbaren Unterschied macht.

Anreise nach Malbun

Liechtenstein hat keinen Flughafen und keinen eigenen Bahnanschluss. Alle Anreisen verlaufen über die Schweiz oder Österreich.

Mit dem Auto aus Deutschland: Nehmen Sie die A96 Richtung Lindau, dann die A14 (Rheintal Autobahn) bis Feldkirch. Von Feldkirch fahren Sie über Schaan nach Vaduz und dann 15 Kilometer die Bergstraße hinauf nach Malbun. Die Gesamtfahrzeit aus München beträgt etwa zwei Stunden, aus Stuttgart etwa zweieinhalb Stunden. Die Bergstraße von Vaduz nach Malbun ist gut ausgebaut und wird im Winter geräumt, jedoch können starke Schneefälle gelegentlich zu kurzen Verzögerungen führen.

Aus Österreich (Vorarlberg): Feldkirch liegt direkt an der A14. Von Feldkirch nach Vaduz sind es 20 Minuten, dann weitere 30 Minuten nach Malbun. Das macht Malbun zu einem realistischen Tagesausflug aus Bregenz oder Dornbirn.

Anreise mit dem Bus

Vom Bahnhof Feldkirch fahren Sie mit dem Regionalbus nach Vaduz. In Vaduz nimmt die LIEmobil Linie 21 stündlich die Bergstraße nach Malbun. Die Fahrt vom Vaduz dauert 30 Minuten. Der Bus hält direkt im Dorfzentrum, wenige Meter von den Sesselliften entfernt.

Parkplätze an den Talstationen sind kostenlos, füllen sich aber an sonnigen Wochenenden bis 09:30 Uhr. Wer nach diesem Zeitpunkt mit dem Auto ankommt, rechnet mit einigen hundert Metern Fußweg aus dem Überlaufbereich. Die Buslinie löst dieses Problem vollständig.

Wenn Sie Malbun als Tagesausflug aus Zürich planen, lesen Sie unseren Artikel zum Liechtenstein Tagesausflug ab Zürich für eine detaillierte Routenplanung.

Friedenskapelle auf einem Hügel oberhalb von Malbun in Liechtenstein mit Bergblick
Der 20-minütige Aufstieg zur Friedenskapelle gibt klare Ausblicke über das Skigebiet und die umliegenden Gipfel, bevor Wolken von Westen aufziehen.

Unterkunft in Malbun

Das Dorf hat weniger als ein Dutzend Unterkunftsbetriebe, alle entlang einer einzigen Hauptstraße. Familiäre Pensionen und kleine Hotels dominieren, Hotelketten sind nicht vertreten. Das hält die Preise bodenständiger als in vergleichbaren Schweizer Wintersportorten und sorgt für eine persönlichere Atmosphäre.

Zimmer mit Terrasse oder Hottub-Zugang sind die ersten, die ausgebucht werden. Für Winteraufenthalte in den Weihnachtswochen und im Februar empfiehlt sich eine Buchung bis Ende Oktober. Im Januar und Anfang März gibt es häufiger kurzfristige Verfügbarkeiten.

Wirklich ski-in, ski-out ist in Malbun möglich, ohne dafür einen erheblichen Aufpreis zu zahlen. Die besten Zimmer für Skifahrer sind jene mit direktem Blick auf die Lifte.

Das Après-Ski in Malbun ist ehrlich beschränkt: Das Dorf ist auf Familien ausgerichtet, nicht auf Abendprogramm. Wer lebhaftes Après-Ski sucht, fährt besser nach Lech oder St. Anton. Wer nach einem Skitag ruhig essen und früh schlafen möchte, findet in Malbun genau das.

Das Restaurant Fideris und das Berggasthaus Sareis sind die Hauptoptionen auf dem Berg. Bergrestaurantpreise liegen auf Schweizer Niveau: Ein Hauptgericht kostet CHF 20 bis 25. Ein mitgebrachtes Lunchpaket spart an einem von mehreren Tagen spürbar Kosten.

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Malbun im Sommer: Wanderbasis

Malbun ist kein Sommerskigebiet, aber der Sareis Sessellift läuft in der Sommersaison für Wanderer, die schnell auf 2.000 Meter Höhe gelangen möchten. Das Wanderwegenetz über dem Dorf bietet Panoramablicke auf die Schweizer und österreichischen Alpen.

Ein lohnenswerter kurzer Spaziergang auch im Winter ist der Aufstieg zur Friedenskapelle, einem 1950 errichteten Kapellenbau auf einem Hügel über dem Dorf. Der Weg dauert zwanzig Minuten vom Dorfzentrum, und der Ausblick über das Skigebiet und die umliegenden Gipfel ist an klaren Wintermorgen gut.

Das Nachbardorf Steg, wenige Minuten talwärts, ist Liechtensteins Zentrum für Langlauf. Gespurte Loipen führen durch Kiefernwälder, das Tempo ist deutlich ruhiger als an einem belebten Wochenende in Malbun.

Für den Reisepass-Stempel, den Liechtenstein für Besucher anbietet, lesen Sie unseren Artikel zum Liechtenstein Reisepassstempel für alle Details zur Abholung.

Sommerwanderer auf grünen Alpenwegen oberhalb von Malbun mit stillgelegten Sesselliftmasten in Liechtenstein
Im Sommer fährt der Sareis Sessellift für Wanderer zu Panoramagipfeln über 2.000 Meter - das Skigebiet verwandelt sich vollständig gegenüber seinem Wintercharakter.